Deckblatt – 12 Regeln

Deckblatt – 12 Regeln

Ist ein Deckblatt in deiner Bewerbung wirklich erforderlich und falls ja, welche Punkte solltest du beachten?

Deine Bewerbung ist eine erste Arbeitsprobe, wie wir Personaler immer sagen.

Nach dem ersten Doppelklick auf deine Bewerbungsunterlagen verschaffen wir uns am Bildschirm einen ersten Eindruck zu deiner Person, Qualifikation und zu deiner Motivation.

Die chronologische Reihenfolge deiner Bewerbungsunterlagen beginnt (bestenfalls) mit dem

  • Anschreiben
  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Anlagen (Zeugnisse)

Eine wichtige Information vorab: Das Deckblatt ist kein Pflichtdokument, was du deiner Bewerbung beifügen musst. Am Ende des Tages bleibt es dir überlassen, wie du dich präsentieren möchtest.

Solltest du dennoch das Deckblatt für dich nutzen wollten, solltest du folgende 12 Regeln beachten:

Inhalt:

Überschrift
Bei der Überschrift gibt es mehrere Varianten. Manche Bewerber nutzen die Überschrift für ihren Vor- und Nachnamen. In unserem Beispiel nutzen wir die klassische Art: Bewerbung als Sachbearbeiterin. Im weiteren Absatz kannst du gerne den Firmennamen angeben (s. Grafik).

Bewerbungsfoto
Das Deckblatt lebt von deinem Bewerbungsfoto. Wenn du bereits eine extra Seite in Anspruch nimmst, dann nutze die Fläche für ein größeres Foto. Gerade bei größeren Bildern sollte dein Bild qualitativ hochwertig sein. Zeige dich auch hier professionell und lasse deine Bilder in einem Fotostudio erstellen. Automatenbilder oder Selfies sind hier fehl am Platz. Der erste Eindruck zählt! Bei jedem Bild verbinden wir Emotionen. Damit du von Anfang an einen sympathischen Eindruck hinterlässt, sollte ein Lächeln auf den Lippen nicht fehlen. Nach dem Bewerbungsfoto geht es weiter mit deinem Vor- und Nachnamen. Hierzu haben wir den Platz unter dem Foto genutzt.

Kurzprofil
Auch hier sollte sich die „extra-Seite“ lohnen. Arbeite nicht nur mit einem größeren Foto, sondern nutze diesen Platz für wichtige Eckdaten (s. Grafik). In unserem Beispiel haben wir die fachliche Expertise, internationale Berufserfahrung und die Branchenkenntnisse aufgenommen. Berufsanfänger können diese Möglichkeit ebenfalls nutzen oder ein Statement/Motto hinzufügen.

Kontaktdaten
Auch deine Kontaktdaten sollten auf dem Deckblatt gut sichtbar sein. Nutze daher diese Seite für deine Anschrift, Telefonnummer und für die E-Mail-Adresse.

Bei der E-Mail-Adresse solltest du seriös auftreten. Nutze hierfür am besten deinen vornamen.nachnamen@e-mail-anbieter.de. Die Erstellung einer E-Mail-Adresse ist schnell erledigt und meist kostenlos. Schlechte Beispiele wären unter anderem: mäuschen311@gmx.de, kingboy1991@gmx.de, tina.sonnenschein@gmx.de

Anlagen
Im letzten Absatz solltest du noch deine Anlagen vermerken. Welche Unterlagen sind in deiner Bewerbungsmappe enthalten? Klassischerweise ist es immer der Lebenslauf und deine Zeugnisse. Da das Anschreiben als erstes erscheint, ist der Hinweis „Anschreiben“ in den Anlagen nicht nötig.

Layout

Stil
Dein Deckblatt sollte eine klare Struktur bieten und nicht überlagert sein mit diversen Informationen. Solltest du dich z.B. für ein Kurzprofil entscheiden, ist ein Statement oder Motto nicht mehr nötig. Bedingt durch eine größere Überschrift und einem größeren Bewerbungsfoto füllst du die Seite bereits über die Hälfte aus. Bei dem Stil solltest du darauf achten, dass das Layout zu deiner restlichen Bewerbung passt.

Weniger ist mehr – du brauchst keine großen Muster oder verschiedene Farben, um aufzufallen – im Gegenteil. Ein bunter Streifen (wie in unserem Beispiel) ist völlig ausreichend.

Seitenränder
Je nachdem welches Layout du nutzt, solltest du auf die Seitenränder achten. Gerade im Bearbeitungsmodus ist vieles nicht sichtbar. Nutze hierbei die Druckansicht (z.B. in Word) um sicherzugehen.

Abstand
Achte bitte darauf, dass du angemessene Abstände nutzt. Zwischen der Überschrift und deinem Bild solltest du einen kleinen Abstand einbauen. Solltest du dir in der Bearbeitung unsicher sein, dann gehe auch hier wieder über die Druckansicht und schaue dir das Dokument nochmal an. Als weiteren Tipp kannst du dir nach Fertigstellung gerne mal das Deckblatt ausdrucken und alle Abstände prüfen.

Farben
Bleibe bei deiner Farbauswahl neutral und einheitlich. Sollte das Merkmal auf deinem Deckblatt ein roter Streifen sein, so übertrage diesen Look ebenfalls auf deinen Lebenslauf und dein Anschreiben.

Auch hier gilt wieder das Prinzip: Weniger ist mehr. Arbeite maximal mit 2 Farbtönen, die miteinander harmonieren. Grelle Farben wirken unprofessionell und wirken negativ auf uns Personaler.

Auch deine Schriftform solltest du vom Deckblatt auf alle weiteren Dokumente übertragen. So wirkt alles einheitlich, ruhig und strukturiert.

Das solltest du noch wissen:

Doppelt gemoppelt
Wenn es schon das Deckblatt sein soll, dann ist ein weiteres Bewerbungsfoto auf deinem Lebenslauf nicht mehr notwendig. Hier kannst du den zusätzlichen Platz für deine Berufserfahrung nutzen.

Zuviel Ballast
Gerade bei berufserfahrenen Kandidaten können die Bewerbungsunterlagen sehr groß ausfallen. Schuld hierfür sind diverse Nachweise durch die Teilnahme an Seminaren oder Kursen. Diese Dokumente lassen die Datengröße wachsen. Die Folge: Viele Unternehmen begrenzen mittlerweile die Bewerbungsunterlagen auf eine bestimmte Größe.

In Modul 1 zeige ich dir in einer kleinen 1:1 Anleitung, wie du dieses Problem umgehen kannst und wie sich die Dateigröße verkleinern lässt (ohne auf wichtige Dokumente zu verzichten).

Fehlender Platz
Solltest du dich über eine Karriere-Seite bewerben, wird dir in den meisten Fällen auffallen, das es für das Deckblatt gar keine Option gibt. Pflichtfelder sind u.a. das Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Manchmal gibt es noch die Rubrik: Sonstige Dokumente. Hier könntest du dein Deckblatt hochladen, allerdings verlierst du dadurch die chronologische Reihenfolge.

Bei einer E-Mail-Bewerbung verhält sich das ganze natürlich anders. Hier legst du die Reihenfolge fest.

❕ Karriere-Tipp: Schöne Profilbilder lassen sich übrigens auch in deinem Lebenslauf integrieren. Es muss nicht immer das Hochformat-Bild im Lebenslauf sein. Runde Profilbilder wirken erfrischend und modern. Hier eine kleine Inspiration:

PS: Deine Bewerbungsunterlagen haben immer etwas mit deiner Selbstpräsentation zu tun. Wenn es deinem persönlichen Geschmack entspricht, dann baue das Deckblatt gerne ein. Es hat jedoch keinerlei Auswirkung (weder positiver noch negativer Art), ob du dadurch zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, oder nicht.

Aus meiner Praxis Erfahrung möchte ich dir dennoch mitteilen, dass wir Personaler gerne auf das Deckblatt verzichten können. Denn seien wir mal ehrlich: Das Bewerbungsfoto ist der eigentliche Grund, weshalb ein Deckblatt überhaupt eingesetzt wird. Und da das Bewerbungsfoto kein Pflichtelement ist, kannst du nun selbst entscheiden, wie wichtig ein Deckblatt ist.

 

[Gesamt: 11   Durchschnitt:  4.6/5]

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