Bewerbungsschreiben

An das Bewerbungsschreiben werden viele Ansprüche gestellt.

Das Bewerbungsschreiben (auch Bewerbungsanschreiben oder Anschreiben genannt) soll spannend, präzise und nicht zu lang sein. Soviel zur Theorie! Die Praxis belegt eindeutig, das sich viele Bewerber mit dem Anschreiben schwer tun. Über 55% der Bewerber stellen das Anschreiben als größte Hürde dar. Was die besten Tipps sind und wie du ein Bewerbungsschreiben richtig erstellst, erfährst du auf dieser Seite.

1.Das Bewerbungsschreiben

Der Blick auf ein leeres Word-Dokument dürfte dem ein, oder anderen bekannt vorkommen. Ratlosigkeit und Unwissenheit machen sich breit. Was soll ich schreiben? Wie drücke ich mich am besten aus? Was genau muss ich beachten? 

57 % der Bewerber wissen nicht, was sie schreiben sollen

Viele Bewerber verbinden das Anschreiben als anstrengend und nervig. Und diese Eigenschaft wird im Anschreiben deutlich – spätestens nach den ersten Sätzen wird klar, inwieweit sich ein Bewerber Gedanken gemacht hat. Die Realität zeigt ganz deutlich, dass die Mehrheit aller Kandidaten mit fertigen Textbausteinen arbeitet. Hier greift ganz klar das Copy-Paste-Gesetz.

Was genau ist also zu tun?
Mit deinem Bewerbungsschreiben richtest du dich an potenzielle Arbeitnehmer. Du legst schriftlich fest, weshalb du dich bewirbst (Motivation) und begründest bestenfalls, wieso du ein geeigneter Kandidat/in für diese Position wärst (Qualifikation).
❗MERKE: Der Text bzw. dein Anschreiben darf nicht den Eindruck eines Sammel-Anschreibens erwecken.

Wie du aus der oberen Grafik entnehmen kannst, ist das Anschreiben in folgende Elemente aufgebaut:

  1. Deine persönlichen Daten (Name, Anschrift, Kontaktdaten)
  2. Anschrift des Unternehmens
  3. Datum
  4. Betreffzeile: Bewerbung als…
  5. Einleitung, Hauptteil, Schluss
  6. Kündigungsfrist
  7. Gehaltsvorstellung
  8. Wunsch zum persönlichen Gespräch äußern
  9. Persönliche Unterschrift
  10. Anlagen

Die Betreffzeile beginnt immer mit den Worten:

Bewerbung als …

Bei dem Stellentitel bitte ich dich, diesen 1:1 aus der Stellenanzeige zu übernehmen. Wenn der Stellentitel also: „Sachbearbeiterin Logistik“ lautet, dann übertrage das auch so. Falsch wäre, wenn du nur „Sachbearbeiterin“ eintragen würdest.

Solltest du dich initiativ bewerben, wäre folgender Stellentitel korrekt:

„Initiativbereich als Sachbearbeiterin“ oder „Initaitivbewerbung im kaufmännischen Bereich“.

Eine genauere Grafik mit allen relevanten Details zum Anschreiben erhälst du kostenlos hier <—

2. Layout, Struktur, Inhalt

Layout
Eine Sache vorab: Es spielt absolut keine Rolle, ob du mit einem klassischen schwarz-weiß Anschreiben arbeitest oder mit einem bunten Layout. Immer wieder wird betont, aus der Masse rauszustechen. Visuell gesehen klappt das am besten mit einem bunten Layout. ABER: An dieser Stelle greift das Prinzip: Weniger ist mehr! Verschiedene Muster (z.B. Kreise) oder mehrere Farben wirken auf Personaler eher irritierend. 

❗MERKE: Leichte, farbliche Akzente in einem Anschreiben sind erfrischend, jedoch keine Eintrittskarte für ein Vorstellungsgespräch.

Personaler lieben Struktur
Spätestens im Modul 9 (Hinter den Kulissen) erzähle ich ausführlich, was Personalern wirklich wichtig ist und welche Faktoren in deinen Unterlagen relevant sind. U.a. spielt auch die Struktur eine wesentliche Rolle. Es ist mittlerweile schon in Stein gemeißelt, dass man sich spätestens im Hauptteil vorstellt, die Qualifikation erläutert und auf die Hard- und Softkills eingeht. Im Nachgang folgt die Kündigungsfrist usw. Damit du nicht den Überblick verlierst, habe ich einen kleinen Tipp für dich. Arbeite am besten mit Blöcken. Teile dein Anschreiben in 3 Bausteine auf:

  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss

Durch diese Einteilung kannst du besser vorgehen und verlierst dich nicht in Fragen wie z.B. Was schreibe ich zuerst? Wo trage ich meine Softskills ein usw.

Des Weiteren wirkt ein einheitlicher Look immer professionell. Verwende bei deinem Bewerbungsschreiben und bei deinem Lebenslauf immer dieselbe Schriftart und Schriftgröße.

Selbstverständlich bist du nicht gebunden, immer nur mit der Schriftart Arial oder Times New Rome zu arbeiten. Es gibt verschiedene Schrifttypen, die ebenfalls gut lesbar sind und die du gerne verwenden kannst. Du hast die freie Wahl. Achte bitte nur darauf, dass es immer noch „klassisch“ wirkt und gut lesbar ist. Den direkten Vergleich zu meiner Aussage siehst du in der Grafik:

Die richtige Größe
Bei der Größe hat sich die Schriftgröße 10-11 durchgesetzt. Kleinere Schriftgrößen wie z.B. 8 oder 9 wirken eher „negativ“ und erinnern uns an AGBs.
Des Weiteren solltest du die Textfarbe klassisch halten. Um die Augen zu schonen, sind die Farben schwarz oder dunkelgrau sinnvoll. Grelle Töne solltest du bitte vermeiden.

3. Diese Angaben gehören in dein Bewerbungsanschreiben

Wie viel darf es sein?
Viele Stellenausschreibungen deuten direkt auf die Gehaltsvorstellung hin. Komme diesem Wunsch nach und vermerke deinen Gehaltswunsch offen und transparent.

Die besten Tipps und Tricks zum Thema Gehaltsvorstellung, und wie du 10% – 20% mehr Gehalt
verdienen kannst, verrate ich dir in Modul 7 – Gehaltsverhandlung.

Ab wann kommen Sie on Board?
Planung ist alles. Damit das Unternehmen mit einem Eintrittsdatum rechnen kann, ist die Angabe der Kündigungsfrist wichtig. Hier mein persönlicher Tipp: Gebe hier wirklich nur die Frist ein.
Das tatsächlich Eintrittsdatum (was viele Bewerber vermerken) ist überflüssig. Wie du vielleicht weißt, kann sich ein Bewerbungsprozess ziemlich in die Länge ziehen. Bis du tatsächlich im Vorstellungsgespräch sitzt, können schon einige Wochen vergehen. Bis dahin ist dein Eintrittsdatum schon lange nicht mehr aktuell.

4. Optionale Angaben im Bewerbungsschreiben

Das du in deinem Anschreiben deine Qualifikation wiederspiegelst, sollte soweit klar sein. Es gibt neben den festen „Bestandsteilen“ auch Optional einige Passagen, die du deinem Anschreiben beifügen kannst, aber nicht musst.

In manchen Bewerbungsschreiben hast du gerne einen Sperrvermerk einfügen. Somit machst du im Anschreiben klar, das deine Unterlagen vertraulich behandelt werden sollten. Bei diesem optionalen Satz stehe ich ein Stück weit zwischen den Stühlen. Natürlich ist es nicht „falsch“, diesen Passus aufzunehmen, jedoch ist es eine Selbstverständlichkeit, dass deine Unterlagen dem Datenschutz unterliegen und wir Personaler immer vertraulich mit deinen Daten umgehen. Ob du dich dafür oder dagegen entscheidest, bleibt absolut Geschmackssache.

Ein weiterer Punkt wäre dein Vor- und Nachname unter der digitalen Unterschrift. Nach der digitalen Unterschrift liegt es dir frei, ob du im Nachgang nochmal deinen Namen in Druckbuchstaben erwähnst, oder nicht.

5. Wie sinnvoll ist das Bewerbungsanschreiben?

Ob das Bewerbungsanschreiben wirklich zeitgemäß ist, hat vor nicht so langer Zeit für heftige Diskussionen gesorgt.

Bewerber würden an dieser Stelle applaudieren und sich über die Abschaffung freuen.

Gerade Bewerber mit wenig Berufserfahrung können aber von dem Bewerbungsschreiben profitieren. Hier findest du eine super Möglichkeit, durch deine Interessen oder durch dein Engagement klar zu machen, dass du ein geeigneter Kandidat/in bist für diese Position. (❗MERKE: Ein reiner Lebenslauf drückt keine Motivation aus).

Des Weiteren kannst du das Anschreiben sehr gut dafür nutzen, um deine Zukunftsvisionen einzubringen. Wo genau willst du hin? Was liegt dir besonders gut und was möchtest du ggfs. noch erreichen?

6. Das solltest du noch wissen – mein Tipp

Als Personalerin kann ich dir wirklich sagen, dass du mehr Freiheiten hast, als du glaubst. Natürlich entspricht das Bewerbungsschreiben einer bestimmen Norm und Struktur. Aber was den Inhalt angeht, hast du mehr oder weniger freie Hand. Ob du dich gleich am Anfang vorstellst oder erst im Hauptteil, spielt doch gar keine Rolle. Meistens erfreuen sich schon Personaler, wenn Sie keinen Standard-Satz am Anfang lesen. Versuche persönliche Formulierungen in deinem Anschreiben einzubauen – somit kannst du dich schon von der Masse abheben.

Des Weiteren möchte ich dich wissen lassen, dass du keine hochgestochenen Wörter/Sätze bilden solltest, um zu Punkten. Kein Personaler wird dir eine Absage erteilen, weil du dich „einfach“ ausdrückst. Ausnahme: Du bewirbst dich vielleicht als Autor. 🙂

Der wesentliche Punkt (und das predige ich all meinen Kursteilnehmern) ist der Inhalt.
Zum besseren Verständnis: Du kannst ein 1-A-Anschreiben erstellen und dich im Layout verausgaben. All das wird dir aber nichts bringen, wenn die wesentlichen Faktoren fehlen.

✅𝐊𝐚𝐫𝐫𝐢𝐞𝐫𝐞-𝐓𝐢𝐩𝐩: Keywords und Erfolge sind die ausschlaggebenden Faktoren!

➟ Mehr zu diesem spannenden Thema erfährst du in Modul 2 – Anschreiben.

Icon_geschenk

𝐌𝐞𝐢𝐧 𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧𝐤 𝐚𝐧 𝐝𝐢𝐜𝐡:

Damit du nichts vergisst, habe ich dir eine Checkliste mit den wichtigsten Hinweisen erstellt.

Die Liste steht hier zum Download bereit

[Gesamt: 6   Durchschnitt:  4.7/5]